"Niemand lebt davon, dass er viele Güter hat." (Lukas 12,15)

Wo wollen wir wirklich wachsen? In der Wirtschaft? Oder an Lebensqualität?

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Hintergrund

Wirtschaftswachstum hatte lange Zeit den Zweck, die Lebensqualität der Gesellschaft zu erhöhen. In Entwicklungs- und Schwellenländern ist es daher unter gewissen Maßgaben nach wie vor sinnvoll.
(mehr dazu im Interview mit Walter Lechner)

Negative Folgen des Wachstumszwangs

In unserer Überflussgesellschaft jedoch wirkt sich der Wachstumszwang inzwischen zerstörerisch aus:

  • Der Markt dehnt seinen Anspruch auf immer mehr Bereiche unseres Lebens aus.
  • Der Mensch dient zunehmend der Wirtschaft, nicht mehr die Wirtschaft dem Menschen.
  • Politische Regeln und Menschenrechte werden weltweit beseitigt oder umgangen.
  • Natürliche Ressourcen werden immer schneller verbraucht und der Klimawandel beschleunigt.
  • Wirtschaftsinteressen gewinnen immer höheren Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse.
  • Handelspartner und ganze Nationen werden übervorteilt.
  • Wirtschaftsinteressen werden zunehmend mit militärischer Gewalt durchgesetzt.

Ein neuer gesamtgesellschaftlicher Konsens

Bisher lautet der gesamtgesellschaftliche Konsens:
Wirtschaftswachstum ist nötig! Es gibt dazu keine Alternative.
Für die christliche Kirche gibt es immer eine Alternative:
Gottes Reich, die Welt, wie sie nach Gottes Willen sein soll.

Ein Denken, das Alternativlosigkeit beansprucht, fordert Kirche zum Widerspruch und zum Aufzeigen von Alternativen auf. Christen wissen und bekennen: Es gibt immer Alternativen.
Deshalb kann Kirche die Frage stellen, die für eine Veränderung der Gesellschaft notwendig ist:

Wo wollen wir wirklich wachsen?

In der Wirtschaft? Oder in Gerechtigkeit?
An Quantität? Oder an Lebensqualität?
Die Frage ist nicht: Wachstum – ja oder nein?
Sondern vielmehr:
In welchen Bereichen ist Wachstum sinnvoll und erstrebenswert – und in welchen nicht?
Vielleicht kann ein neuer gesamtgesellschaftlicher Konsens lauten:

„Wachstum? Ja bitte. Dort, wo es gut tut.“

Eine breite gesellschaftliche Debatte darüber ist notwendig.
Als Kirche könnten wir diese Debatte anstoßen und selbst klar Position beziehen.

Kompakt alles auf unserem Flyer!

dieser kann hier zum selbst ausdrucken heruntergeladen werden

oder unter info@anders-wachsen.de  bestellt werden.

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Bildnachweis: © Alina Isakovich - Fotolia.com - Bearbeitung W. Lechner