Hintergrund
Wirtschaftswachstum hatte lange Zeit den Zweck, die Lebensqualität der Gesellschaft zu erhöhen. In Entwicklungs- und Schwellenländern ist es daher unter gewissen Maßgaben nach wie vor sinnvoll.
Negative Folgen des Wachstumszwangs
In unserer Überflussgesellschaft jedoch wirkt sich der Wachstumszwang inzwischen zerstörerisch aus:
- Der Markt dehnt seinen Anspruch auf immer mehr Bereiche unseres Lebens aus.
- Der Mensch dient zunehmend der Wirtschaft, nicht mehr die Wirtschaft dem Menschen.
- Politische Regeln und Menschenrechte werden weltweit beseitigt oder umgangen.
- Natürliche Ressourcen werden immer schneller verbraucht und der Klimawandel beschleunigt.
- Wirtschaftsinteressen gewinnen immer höheren Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse.
- Handelspartner und ganze Nationen werden übervorteilt.
- Wirtschaftsinteressen werden zunehmend mit militärischer Gewalt durchgesetzt.
Ein neuer gesamtgesellschaftlicher Konsens
Bisher lautet der gesamtgesellschaftliche Konsens:
Wirtschaftswachstum ist nötig! Es gibt dazu keine Alternative.
Für die christliche Kirche gibt es immer eine Alternative:
Gottes Reich, die Welt, wie sie nach Gottes Willen sein soll.
Ein Denken, das Alternativlosigkeit beansprucht, fordert Kirche zum Widerspruch und zum Aufzeigen von Alternativen auf. Christen wissen und bekennen: Es gibt immer Alternativen.
Deshalb kann Kirche die Frage stellen, die für eine Veränderung der Gesellschaft notwendig ist:
Wo wollen wir wirklich wachsen?
In der Wirtschaft? Oder in Gerechtigkeit?
An Quantität? Oder an Lebensqualität?
Die Frage ist nicht: Wachstum – ja oder nein?
Sondern vielmehr:
In welchen Bereichen ist Wachstum sinnvoll und erstrebenswert – und in welchen nicht?
Vielleicht kann ein neuer gesamtgesellschaftlicher Konsens lauten:
„Wachstum? Ja bitte. Dort, wo es gut tut.“
Eine breite gesellschaftliche Debatte darüber ist notwendig.
Als Kirche könnten wir diese Debatte anstoßen und selbst klar Position beziehen.
Artikel von Prof. Dr. Niko Paech, Universität Oldenburg (aus: Rundbrief Forum Umwelt & Entwicklung)"
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dieser kann hier zum selbst ausdrucken heruntergeladen werden (Vorderseite und Hinterseite)
oder unter info@anders-wachsen.de bestellt werden.
