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Konzertlesung mit Alberto Acosta und Grupo Sal

19.06.2018

„Sumak Kawsay“, auch bekannt als „Buen Vivir“, ist eine Lebensanschauung der indigenen Andenvölker, die in den letzten Jahren vermehrt internationale Aufmerksamkeit erregt. Der Grund dafür liegt in der Aufforderung lateinamerikanischer Politiker*innen, zentrale Aspekte dieser Lebensweise auch in industrielle Gesellschaften zu integrieren. „Buen Vivir“ zielt nicht nur auf ein Leben im Einklang mit der Natur und allen Geschöpfen, es bedeutet auch konkret eine neue „Ethik der Entwicklung“. Es fordert ein soziales und solidarisches Wirtschaften und eine Abkehr von Entwicklungskonzepten auf der Grundlage eines stetigen Wirtschaftswachstums.


„Buen Vivir“ ist scharf abgegrenzt von der Idee des individuellen guten Lebens. Es ist nur im sozialen
Zusammenhang denkbar, vermittelt durch die Gemeinschaft, in der die Menschen leben. Als Präsident
der verfassungsgebenden Versammlung von Ecuador trug Alberto Acosta wesentlich dazu bei, diese
Ideen in der neuen ecuadorianischen Verfassung zu verankern und damit der Natur eigene Rechte
zuzusprechen. Er hat als erster den Versuch unternommen, aus dem indigenen Konzept des „Buen
Vivir“ politische Leitlinien für die westliche Welt zu entwickeln. Angesichts des Scheiterns der aktuellen
Wachstums- und Fortschrittskonzepte und der drohenden ökologischen und sozialen Krisen werden
neue Ideen heute zu einer Frage des Überlebens.

Alberto Acosta stellt am 19. Juni 2018 das Konzept des „Buen vivir“ mit seinen Herausforderungen
und Chancen für unsere Gesellschaft vor. Die Band Grupo Sal präsentiert leidenschaftlich und
virtuos ihre Interpretation lateinamerikanischer Musik. In diesem Zusammenspiel wird „Buen vivir“
erlebbar und gibt Anregungen für eine öffentliche Diskussion über eine gerechte und nachhaltige Zukunft.


Wann: 19.6.2018, 19.00 Uhr
Wo: St. Pauli Ruine Dresden
Wer: Eine Kooperation vom Kirchenbezirk Dresden Mitte, dem ÖIZ mit dem Projekt anders
wachsen, der Bunten Kirche Neustadt, mit Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung
Sachsen
Karten: nach Selbsteinschätzung: 15,- Euro, 10,- Euro und 5,-Euro, ab Mitte Mai erhältlich in der Bunten Kirche Neustadt, der Konzertkasse im Haus an der Kreuzkirche oder an der Abendkasse

P.S.:
Es gibt im "Zukunftsstadt Dresden-Prozess" auch eine Gruppe, die eine Woche des Guten Lebens
2020 als Reallabor in der Neustadt planen! Sie möchten herausfinden: Was passiert mit dem Leben
im Stadtraum, wenn dieser autofrei ist? Wie nutzen die Menschen diesen Raum? Wie geht es ihnen
damit? Dies soll wiederum zum Überdenken der eigenen Alltagspraxis anregen.
Vertreter*innen dieser Gruppe werden ebenfalls am Konzertabend dabei sein und ihre Idee vorstellen.

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Bildnachweis: ohne Angaben