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Neue Referentin für „anders wachsen“-Gemeinden

Zwei Dresdner Kirchgemeinden wollen „anders wachsen“-Modellgemeinden werden. Begleitet werden sie dabei von Juliane Assmann. Die 28-jährige Theologin ist neue Referentin auf der missionarischen Stelle zur Etablierung von „anders wachsen“-Gemeinden im Kirchenbezirk Dresden Mitte. 

In den nächsten drei Jahren wird Frau Assmann mit der Ev.-Luth. Johanneskirchgemeinde Dresden-Johannstadt-Striesen sowie der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Frieden und Hoffnung Dresden-Löbtau alternative Wirtschaftsmodelle, Entschleunigung und eine Ethik und Frömmigkeit des Genug erproben. Christliche Gemeinden sollen so als Hoffnungsorte für Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit erlebbar werden und auch kirchenferne Menschen zur Mitwirkung motivieren.

Die offizielle Einführung von Juliane Assmann erfolgt im Gottesdienst am Sonntag, den 15. September um 9:30 Uhr in der Hoffnungskirche Dresden-Löbtau, Clara-Zetkin-Straße 30.

Juliane Assmann kommt aus einer ostdeutschen Familie mit drei Geschwistern und ist in Berlin aufgewachsen. Bereits während ihres Theologie-Studiums in Tübingen und Hamburg engagierte sie sich für die Menschenrechtsorganisation „Christian Peacemaker Teams“. Nach einigen Einsätzen in Kurdistan (Irak) und Griechenland arbeitete sie zuletzt in Kolumbien. Dort setzte sie sich für die Landrechte von Bauern und Bäuerinnen und lernte viel über die Verquickung von Umwelt- und Menschenrechten sowie über die Beteiligung multinationaler Konzerne bei der Zersetzung derselben.

„Die Initiative ,anders wachsen‘ begeistert mich, weil sie aktuelle gesellschaftliche Probleme mit Lebensfragen und -visionen verbindet, die bereits in der Bibel diskutiert werden“, so Assmann. „Nie war es so dringend wie momentan, darüber zu sprechen, in was für einer Welt wir leben wollen und können — es wird immer klarer, dass die derzeitige Lebensform in Deutschland für den Planeten nicht haltbar ist. Ich spüre die Dringlichkeit, habe aber auch sehr viel Lust gemeinsam mit den Gemeinden Alternativen zu überlegen und auszuprobieren: Wie könnte eine solidarische Wirtschaftsform innerhalb einer Gemeinschaft aussehen? Was können wir essen und konsumieren, wenn uns Menschenrechte nicht nur in Deutschland wichtig sind? Welche altbekannten Weisheiten und Rezepte unserer Großeltern könnten wir dabei wieder entdecken? Und wie vereinbar sind diese Ideen mit einer turbokapitalistisch-leistungsorientierten Gesellschaft? Müssen wir den Begriff von Arbeit und Leistung neu denken?“

Die zunächst auf drei Jahre befristete 100 %-Stelle wurde vom Kirchenbezirk Dresden Mitte zusammen mit der christlichen Initiative „anders wachsen“ ins Leben gerufen und durch Fördermittel des Lutherischen Weltbundes, der Stiftung kulturelle Erneuerung, des Vereins Andere Zeiten e. V. sowie der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens ermöglicht.

Weitere Informationen bei Pfarrer Tobias Funke (Johanneskirchgemeinde), Tel. 0351-44679638 und Pfarrer Walter Lechner (Kirchgemeinde Frieden und Hoffnung), Tel. 0351-4226911. 

Frau Assmann ist bis zu ihrem Dienstbeginn am 15. 9. per E-Mail erreichbar: juliane.assmann[aet]anders-wachsen.de.

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Leitplan für eine Ökonomie des Lebens und für Umweltgerechtigkeit

Der Ökumenische Rat der Kirchen hat ein Papier vorgelegt, das Gemeinden und Kirchen einladen will, den Umgang mit der Wirtschaft und unserer ökologischen Umgebung zu ändern.

"Wir leben in einer Zeit des Umbruchs. Nie
zuvor war die ökumenische Einheit so groß und
nie waren mehr Menschen der Überzeugung,
dass ein tiefgreifender Systemwandel notwendig
ist. [...]

Wir begeben uns auf eine Reise für
Veränderung. Wir sind dankbar für alles, was
wir bisher erreicht haben. Trotzdem spornt
uns Gottes Aufforderung, unsere Nächsten zu
lieben wie uns selbst und sehr sorgsam mit
der Schöpfung umzugehen, an, noch mehr
zu tun."

1) Ein Leben im Einklang mit dem Bund mit Gott und der Schöpfung:
Kleinbäuerliche, lebenspendende Landwirtschaft unterstützen und betreiben
Gemeinschaftsgärten einrichten
Zugang zu sauberem Wasser ermöglichen

2) Erneuerbare Energien und Klimaschutz:
Energieverbrauch kontrollieren und vermehrt erneuerbare Energien verwenden
Klimafreundliche Mobilität fördern
Energie und Materialien bewusst einsetzen

3) Gerechter und nachhaltiger Konsum:
Ökologisch produzierte, fair gehandelte und regionale Produkte kaufen
Abfall reduzieren
Wiederverwenden und recyclen

4) Ökonomien des Lebens
Orte für geldlosen Tauschhandel schaffen
Alternative Wirtschaftsmodelle umsetzen
Gerechte Finanzwirtschaft betreiben

5) Netzwerken
Beauftragte für wirtschaftliche und Umweltgerechtigkeit benennen
Innerhalb unserer Gemeinschaften und darüber hinaus die Stimme erheben zu ökonomischen
und ökologischen Themen
Vernetzung mit anderen Gemeinschaften und Initiativen

Hier gehts zum Download.

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epd-Dokumentation erschienen

Der Evangelische Pressedienst hat am 10. Juli eine Dokumentation zum 1. EKD-Nachhaltigkeitsforum in Hofgeismar herausgegeben. Der Titiel "Die Rolle der Kirchen und der Diakonie bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der UN" enthält auch einen Beitrag von Walter Lechner und Anna Groschwitz, die mit einem Impuls-Kurzreferat zum Thema "anders wachsen" eingeladen waren.

"Das erste Forum Nachhaltigkeit richtete sich an kirchliche und diakonische Akteure und diente der kirchlich-diakonischen Verständigung über die eigene Rolle im Nachhaltigkeitsdiskurs. Dabei wurde die Rolle der Kirchen als Mahnerin, Mittlerin und Motor für eine nachhaltige Entwicklung anhand von vielfältigen Praxisbeispielen aus Kirche und Diakonie diskutiert und die eigenen Potenziale sowie Defizite ehrlich in den Blick genommen. Ein lebendiger, interdisziplinärer Austausch der 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verschiedenen kirchlichen und diakonischen Arbeitsfeldern, Einrichtungen, Kirchenkreisen und Initiativen bot viel Gelegenheit zur Vernetzung und lieferte eine Fülle von Impulsen, die in der epd-Dokumentation festgehalten sind und für die Weiterarbeit an dieser wichtigen Zukunftsfrage genutzt werden können." Dr. Ruth Gütter, Nachhaltigkeitsbeauftragte der EKD

epd Dokumentation 28/2018, zu bestellen bei  doku@epd.de  für 5,10 Euro.

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Wirtschaft braucht Alternativen zum Wachstum

Wenn Maßlosigkeit das Maß aller Dinge geworden ist, müssen Christen aus der Freiheit ihres Glaubens heraus die besseren Alternativen aufzeigen.

Was will „anders wachsen“?

„anders wachsen“ ist eine christliche Initiative. Sie will Öffentlichkeit herstellen für die Notwendigkeit von Alternativen zum Wirtschaftswachstum. Als Kirche. In der Gesellschaft.

Wie soll das erreicht werden?

- durch Bildungsarbeit
- durch exemplarische Umsetzung der Erkenntnisse auf Gemeindeebene („anders wachsen“- Modellgemeinde)

 

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Spirituelle Guidelines zur Postwachstumsgesellschaft

Ein Erfahrungsbericht aus der kirchlichen Praxis von Christine Müller aus dem Sammelband »Diese Wirtschaft tötet« hrsg. von F. Segbers und S. Wiesgickl (2015)

"Die große Sehnsucht der Armen nach einer Welt der Gerechtigkeit und des Friedens, wie ich sie in großen ökumenischen Versamm-lungen und Weltsozialforen immer wieder hörte, wurde zu meiner Sehnsucht. Die Hoffnungen der Unterdrückten auf eine gerechtere, freiere Welt spiegelten sich in meinem Glauben wieder.[...]
Das Modell einer Gemeinde der Initiative „anders wachsen“, die ich mit gegründet habe, und die Überlegungen zur Gründung von KAIROS-Gemeinden, sollen im Abschnitt Handeln deutlich machen, welchen Beitrag christliche Gemeinden als solidarische
Gemeinden zu einer Postwachstums- gesellschaft leisten können."

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"anders-wachsen" - Gemeinde

Wie sieht christliche Gemeinde aus, wenn sie auf Grundlage ihres Glaubens an den dreieinigen Gott die Erkenntnisse der Initiative „anders wachsen“ konsequent lebt – in Frömmigkeit und geistlichem Leben, in Gemeindearbeit und allen praktischen Lebensvollzügen? Diese Fragestellung birgt neue und große Potentiale für den Gemeindeaufbau sowie für die Glaubwürdigkeit von Theologie und Kirche angesichts der politischen, sozialen, ökonomischen und ökologischen Herausforderungen der Gegenwart. In vielen Gemeinden wird bereits in kleinen Schritten versucht möglichst nachhaltig zu leben und zu wirtschaften. Oftmals muss sich jedoch zu jedem weiteren Schritt schwer durchgerungen werden. In einer "anders wachsen“-Gemeinde, in der ein Grundsatzentschluss für eine solche Lebens- und Handlungsweise gefasst wäre, würde es unserer Hoffnung nach einfacher sein, nicht jede "Tasse fairen Kaffee" neu diskutieren zu müssen.

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Rückblick

Am Buß- und Bettag 2012 fand in der Thomaskirche, Leipzig, ein Thementag zum Thema "anders wachsen" statt. Die vollständige Dokumentation kann hier eingesehen werden. Außerdem haben wir von 2011-2013 Unterschrifen für eine Petition an die EKD gesammelt um eine breite Öffentlichkeitskampange zum Thema anzuregen.

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