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04.04.2020

Klimagerechtes Wirtschaften – wissenschaftliche, philosophische und religiöse Perspektiven

 

Öffentliche Tagung in 04103 Leipzig, Paul-List-Straße 19, Sonnabend, den 4. April 2020, 10.15 – 15.30 Uhr

 

„Wir sind augenblicklich Zeugen, wie ein ganzer Planet, der vier Milliarden Jahre für seine Entwicklung brauchte, in einer globalen Wirtschaftsmaschinerie verheizt wird, die Unmengen von Gütern und zugleich Unmengen von Müll produziert, irrsinnigen Reichtum und massenhaftes Elend, permanente Überarbeitung und sinnlosen Leerlauf. Ein Außerirdischer, der uns besuchen würde, könnte dieses System nur für verrückt halten. Und doch entbehrt es nicht einer gewissen Rationalität.“ Fabian Scheidler, Das Ende der Megamaschine

 

Bekommt die Menschheit noch einmal die Kurve? Klar ist, dass unsere Art zu wirtschaften grundlegend umgebaut werden muss, wenn die Erderwärmung noch in verträglichen Grenzen gehalten werden soll. Doch was heißt das genau – und was steht dem möglicherweise entgegen? Diesen Fragen wollen wir uns aus wissenschaftlicher, philosophischer und christlich-theologischer Perspektive nähern. Im Anschluss an die Vorträge unserer beiden Referenten sind Sie herzlich eingeladen mitzudiskutieren.

 

Dr. Thomas Köller, Politologe und Handelsexperte bei Attac, betont die massive Beschneidung auch des klimapolitischen Handlungsspielraumes durch neoliberale Freihandelsverträge. Doch der Siegeszug des Neoliberalismus erklärt sich nicht nur durch Interessen und Macht, sondern auch durch seine vermeintlich größere wissenschaftliche Autorität. Sie verhalf ihm zu einem privilegierten Platz in der wissenschaftlichen Politikberatung – auch im Weltklimarat IPCC. Dort gelten die neoliberalen Ökonomen als gleichberechtigte Partner der Klimaforscher, obwohl es ihnen ganz offensichtlich nur darum geht, ambitionierte Klimapolitik mittels unseriöser mathematischer Modelle für unnötig zu erklären. Auch vor diesem Hintergrund hält Köller eine breite, kritische Auseinandersetzung mit der tatsächlichen Unwissenschaftlichkeit der herrschenden ökonomischen Theorie für nötig und skizziert im Vortrag deren wichtigste Grundlinien

 

Prof. Ulrich Duchrow, Professor für Systematische Theologie und Mitbegründer der europäischen Basisorganisation Kairos Europa und von ATTAC, gibt einen Einblick in die aktuelle ökonomische und theologische Debatte auf ökumenischer Ebene über die Frage, wie Christ*innen und Kirchen auf die sozialen und ökologischen Herausforderungen antworten sollten und welche Möglichkeiten der biblischen Perspektive entsprächen. Nicht zuletzt soll diese Veranstaltung den Anstoß für die Gründung einer KAIROS-Bewegung in Mitteldeutschland sein. Wir laden Sie herzlich ein!

 

Kontaktieren Sie uns auch darüber hinaus zur Weiterarbeit in Ihrer Gemeinde!

 

Programm:

9.30 Uhr      Ankommen

10.15 Uhr    Vortrag 1:

                 Klimaschutz in neoliberalen Zeiten?
                 Zur Rolle der ökonomischen Theorie und des Freihandelsregimes
                 Thomas Köller

                 Anschließend Diskussion

11.30 Uhr   Pause 

11.45 Uhr   Vortrag 2:

              Solidarisch Mensch werden Ansätze für einen Gegenentwurf zu den
              Verwüstungen des „freien“ Marktes Ulrich Duchrow

              Anschließend Diskussion

13.00 Uhr   Mittagsimbiss 

13.45 Uhr   Information und Diskussion zu den Themen

 - Ist Kritik an der israelischen Politik Antisemitismus?

 Aktueller Stand der Debatte

- „Zachäus“-Projekt für weltweite Steuergerechtigkeit und Entschädigungen

- Initiative für ein Lieferkettengesetz

Ende gegen 15.30 Uhr

 

Anschließend besteht die Möglichkeit des informellen Austauschs. Tagungskosten Wir bitten um eine Spende für den Mittagsimbiss sowie für Kaffee und Kuchen.

Es laden ein und grüßen herzlich Christine Müller und Friedrich Brachmann

 

Um eine formlose Anmeldung wird gebeten an Christine Müller, Arbeitsstelle Eine Welt in der Ev. Luth. Landeskirche Sachsens O4103 Leipzig, Paul-List-Str.19
Christine.Mueller@evlks.de; Tel. 0341 9940655

www.arbeitsstelle-eine-welt.de und www.kairoseuropa.de

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Bildnachweis: ohne Angaben